Änderungen bei der Gewerbeabfallverordnung

Am 01.08.2017 tritt die neue Gewerbeabfallverordnung in Kraft.

Mit der Novelle möchte der Gesetzgeber die Erfassung von stofflich verwertbaren Abfällen also das Recycling stärken.

Für Abfallerzeuger bedeutet die Novellierung einen deutlichen Mehraufwand bei der Getrennterfassung sowie bei der Dokumentation.

Die Verpflichtung zur getrennten Sammlung gewerblicher Siedlungsabfälle und deren vorrangige Zuführung zur Wiederverwertung oder Recycling betrifft jetzt

Die getrennte Sammlung ist entsprechend zu dokumentieren und auf Verlangen der Behörde vorzulegen.

Die Verpflichtung zur getrennten Sammlung entfällt nur, wenn diese technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist.

Technisch nicht möglich trifft zu, wenn zum Beispiel für die Aufstellung der entsprechenden Abfallbehälter nicht genügend Platz zur Verfügung steht oder der Abfallbehälter öffentlich zugänglich ist und eine getrennte Sammlung nicht gewährleistet werden kann.

Wirtschaftliche Unzumutbarkeit liegt vor, wenn die Kosten für eine getrennte Sammlung, zum Beispiel aufgrund der zu geringen Menge, nicht im Verhältnis zu den Kosten für eine gemischte Sammlung und anschließender Vorbehandlung stehen.

Mit der neuen Verordnung wird die Zuführung zu einer energetischen Verwertung zur Ausnahme. 

Auch für Bau- und Abbruchabfälle definiert die Verordnung erweiterte Getrenntsammlungs- und Dokumentationspflichten. 

Mehr Details finden Sie unter: Link

 

Neuigkeiten rund um Energiemanagementsysteme

Die Vereinheitlichung der High Level Struktur der verschiedenen Managementsystemnormen geht in die nächste Runde. Der Entwurf der ISO 50001 soll im bereits in diesem Herbst vorliegen.

Auch ab Herbst 2017 müssen Zertifiziergesellschaften ein EnMS nach der neuen Akkreditierungsnorm ISO 50003 auditieren.

Indirekt beeinflussen die Anforderungen der neuen ISO 50003 auch zertifizierte Unternehmen, nämlich vor allem bei der Ermittlung der Auditdauer und der Nachweisführung zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung.

Für die Berechnung der Auditdauer ist nun ab Herbst die Angabe der Anzahl der wesentlichen Energieeinsätze (z.B. Energie- und Wärmeerzeugung, Produktionslinien etc.) notwendig. Neu ist auch, dass für die Berechnung der Audittage nicht mehr die Gesamtmitarbeiterzahl ausschlaggebend ist, sondern das sogenannte „EnMS-wirksame Personal“.

Die Änderungen bei der Berechnung der Auditzeiten können sich also auf die Auditdauer bei Zertifizierungs- und Rezertifizierungsaudits auswirken. Überwachungsaudits sind nicht betroffen (Schutz von Bestandsverträgen).

Neben der Auditdauer müssen Auditoren Nachweise zur fortlaufenden Verbesserung der energetischen Leistung sammeln. Das bedeutet für Unternehmen in der Praxis, dass es nicht mehr reicht die eigenen Prozesse oder Anlagen zu optimieren. Künftig muss eine Verbesserung des Energieverbrauchs durch Energiesparprojekte und sonstige Prozessoptimierungen nachgewiesen werden.  Energiekennzahlen (EnPi) und energetische Ausgangsbasen (EnB) werden hier als Grundlage der Nachweisführung herangezogen.

Dabei dienen die ISO 50006 und die ISO 50015 als Hilfestellung. Die ISO 50006 bietet eine praktische Anleitung zur Aufstellung von Energiekennzahlen und energetische Ausgangsbasen, während die ISO 50015 bei der Messung und Verifizierung der energiebezogenen Leistung unterstützt. 

Nähere Informationen finden Sie unter:

www.iso.org

oder

www.din.de

 

Neuigkeiten zum Stand der ISO 45001

Die bisher unveröffentlichte Norm ISO 45001 beschreibt die Anforderungen an ein Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem.

Im Juni dieses Jahres ist die deutsche Übersetzung der DIS 2 erschienen.

Der Final Draft ist voraussichtlich im Herbst 2017 verfügbar. Die Norm soll dann im 2. Quartal 2018 veröffentlicht werden. Genau wie bei der Revision der ISO 14001 sind wieder angemessene Übergangsfristen geplant. 

Folgende Änderungen sind bereits jetzt absehbar:

Nähere Informationen unter:

www.iso.org

 

Nachhaltigkeitsberichterstattung: Umstellung von GRI G 4 auf GRI Standard

Die Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) sind das weltweit am häufigsten genutzte Rahmenwerk zur Nachhaltigkeitsberichterstattung in Unternehmen.

Lag die Anzahl der publizierten Nachhaltigkeitsberichte im Jahr 2000 noch bei einigen hundert Berichten, so ist ihr Anteil bis 2015 auf über 5000 angestiegen. Im deutschsprachigen Raum folgt der Großteil der berichterstattenden Unternehmen dem GRI.

Im vergangenen Jahr wurde vom Global Sustainability Standards Board der Übergang von GRI G4 zu den GRI Sustainability Reporting Standards beschlossen.

Bereits die Namensgebung bringt zum Ausdruck, dass man dem Ruf nach einer Standardisierung nachkommen möchte.

Ein weiteres Ziel war eine vereinfachte und zukunftsfähigere Struktur. Statt der bisherigen zwei Dokumente bestehen die GRI Standards jetzt aus einer Vielzahl einzelner, miteinander verknüpfter Standards (3 universelle und 33 themenspezifische), die sich nun auch einzeln aktualisieren lassen.

Inhaltlich gehen die Anforderungen von G4 in die neuen Standards ein, werden jedoch an einigen Stellen präzisiert. Hervorzuheben ist die neue und konkrete Unterscheidung der Informationen nach Pflichtanforderung („required“), Empfehlung („recommended“) oder Option („guidance“).

Unternehmen, die bereits nach GRI berichten, wird empfohlen eine sogenannte GAP-Analyse durchzuführen, um die Lücken in der Berichterstattung aufzuführen.

Die deutsche Übersetzung wird für Oktober 2017 erwartet.

Als Frist zur Umstellung von G4 auf die neuen Standards wurde der 01. Juli 2018 festgesetzt. 

Der GRI Standard ist abrufbar unter:

www.globalreporting.org

 

42. BImSchV im Bundesrat beschlossen

Der Bundesrat hat im Juni 2017 die Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider beschlossen.

Mit dieser neuen Verordnung, die den regelgerechten Betrieb von Verdunstungskühlanlagen beschreibt, soll ein Ausbruch von Legionellen Erkrankungen wie 2009 in Ulm oder 2014 in Warstein verhindert werden. 

Kernpunkte der neuen Verordnung sind eine Meldepflicht für neue und bestehende Verdunstungskühlanlagen und das Führen eines Betriebstagebuches (Archivierung betriebstechnischer und mikrobiologische Daten). Das Überschreiten des Massnahmewertes an Legionellen führt nun zwingend zu einer Meldung bei der zuständigen Landesbehörde. Des Weiteren sind Rückkühlanlagen so auszulegen, zu errichten und zu betreiben, dass Verunreinigungen des Nutzwassers durch Mikroorganismen, insbesondere Legionellen, nach dem Stand der Technik vermieden werden. Vor einer Inbetriebnahme oder Wiederinbetriebnahme der Anlage ist eine Gefährdungsbeurteilung für die Anlage unter Beteiligung einer hygienisch fachkundigen Person zu erstellen. Dazu gehört auch eine Risikoanalyse und eine Risikobewertung. Außerdem ist eine Begutachtung der Anlagen durch einen Sachverständigen zur Inspektion des regelkonformen Betriebs alle 5 Jahre zwingend vorgeschrieben.

Die Bundesregierung wird den Maßgaben des Bundesrates voraussichtlich folgen. 

Der Verordnungsentwurf kann abgerufen werden unter:

http://www.bundesrat.de/SharedDocs/beratungsvorgaenge/2017/0201-0300/0242-17.html

 

Neue Regeln für mineralische Abfälle und Bodenschutz

Mit dem Entwurf der Mantelverordnung für Ersatzbaustoffe und Bodenschutz schafft das Bundeskabinett erstmals bundeseinheitliche und rechtsverbindliche Grundlagen für das Recycling mineralischer Abfälle und deren Einsatz in technischen Bauwerken.

Des Weiteren werden Umweltstandards für die Verfüllung von Abgrabungen und Tagebauen gesetzt.

Kernstück der neuen Mantelverordnung ist zum einen die neu geschaffene Ersatzbaustoffverordnung. In ihr wird die Herstellung von mineralischen Ersatzbaustoffen aus Bau- und Abbruchabfällen, Schlacken, aus der Metallerzeugung und Aschen aus thermischen Prozessen über ein System der Güteüberwachung geregelt.

Der Einbau dieser Materialien in technische Bauwerke vor allem im Tiefbau richtet sich nach spezifischen Anforderungen, die die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes wahren.

Zum anderen wird mit der Mantelverordnung die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung erstmals umfassend novelliert. Sie wird künftig auch regeln, welche Materialien zur Verfüllung von Abgrabungen und Tagebauen genutzt werden dürfen und für welche Materialien andere Verwertungs- und Entsorgungswege gefunden werden müssen. Außerdem gibt es weitere Verbesserungen im vorsorgenden Bodenschutz, zum Beispiel durch die Möglichkeit der Anordnung einer bodenkundlichen Baubegleitung bei größeren Vorhaben.

Die Mantelverordnung bedarf noch der Zustimmung des Bundestages und des Bundesrates.

Weiterführende Informationen unter:

http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Gesetze/mantelv_vorblatt_begruendung.pdf

 

Steigender Anteil von Bioplastik

In den kommenden 5 Jahren wird einer Marktanalyse zu Folge der Anteil von Bioplastik weltweit um 45% ansteigen.

Ein wichtiger Grund ist die gestiegene Nachfrage der Verbraucher nach Biokunststoffen.

Eines der zentralen Forschungsaufgaben in dem Bereich ist die Suche nach biologischen Ausgangsmaterialien. Dabei wird besonderen Wert daraufgelegt, dass keine Konkurrenz zu Nahrungsmitteln entsteht.

Ein positives Beispiel sind Dübel, die überwiegend auf Rizinusöl basieren. In der Automobilindustrie kommen mittlerweile spritzgegossene Formteile zum Einsatz, die aus flüssigem Holz (Lignin) hergestellt werden. Lignin ist ein Abfallprodukt bei der Herstellung von Papier. Mit ihm lassen sich auch leichte, dünne Fahrradrohre, als Ersatz für Aluminium oder Carbon, herstellen.

Diese und andere Projekte wurden im Rahmen der Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 vom BMBF gefördert. 

Weitere Informationen unter:

https://www.bmbf.de/de/45-prozent-mehr-bioplastik-in-den-naechsten-fuenf-jahren-weltweit-4149.html

 

Verringerung von Spurenstoffen in Gewässern

Ein breites Bündnis aus Industrie, Zivilgesellschaft, Wasserwirtschaft sowie Bundesländern hat im Rahmen eines Stakeholder Dialoges Handlungsempfehlungen zur Verringerung der Spurenstoffe in Gewässern erarbeitet. In einem Policy-Paper stellen sie das gemeinsame fachliche Verständnis und Handlungsoptionen zur Reduzierung von Spurenstoffen in Gewässern dar. Zentrale Bedeutung hat hier das Vorsorge-Prinzip. So soll der Eintrag der Spurenstoffe bei der Herstellung verringert werden und ein einheitlicher Orientierungsrahmen für die Behandlung in Kläranlagen geschaffen werden. 

Weitere Informationen abrufbar unter:

http://www.bmub.bund.de/pressemitteilung/flasbarth-spurenstoffe-in-gewaessern-deutlich-verringern/