1 Aktueller ISO Survey zeigt Abwärtstrend bei QM

Der ISO Survey gibt einen Überblick über die Anzahl ausgestellter Zertifikate hinsichtlich DIN ISO 14001, 50001, 9001 und weiterer zehn ISO-Managementstandards. Der Survey erscheint jährlich mit den Daten aus dem vergangenen Jahr. Der neueste Survey zeigt eine Übersicht zu der Anzahl der Zertifizierungen bis zum Dezember 2017. Es zeigen sich erstmals leichte Rückgänge bei den Zertifizierungen nach DIN ISO 9001, so ging die Anzahl der Zertifizierungen um 4 % nach unten (von 2016 auf 2017).

Bei allen anderen Managementsystemen gibt es Zuwächse (s. Tab.1).

Tabelle 1: Entwicklung der Zertifizierungen Quelle: ISO Survey 2017
 

Management-   

 system             

Zahl der Zertifizierungen 2016

Zahl der Zertifizierungen 2017

Veränderung

Veränderung

in %

ISO 9001

1.105.937        

1.058.504       

433           

Minus 4        

ISO 14001

346.147        

362.610       

  16.463           

Plus 5        

ISO 50001

20.216        

21.501       

1.285           

Plus 6        

Betrachtet man die Entwicklungen der Zertifizierungen bezüglich DIN ISO 50001 genauer, ist weltweit der Anteil an Zertifikaten um 6 % gewachsen. Im Berichtszeitraum davor gab es für die Energiemanagementzertifizierung eine Steigerung von 69 % (2015 auf 2016).

ISO 50001
Betrachtet man für die ISO 50001 nur die Entwicklung in Europa, ist ein Zuwachs von 13 % Prozent zu verzeichnen (2016 auf 2017). Den Löwenanteil der Unternehmen mit 50001-Zertifikaten in Europa machen Unternehmen mit Sitz in Deutschland aus (Europa 19.024 Zertifikate, davon 8.314 deutsche Unternehmen).

Der Survey gibt reichlich Material zum Stand der Zertifizierung weltweit, auf Länderebene und auch für bestimmte Industriesektoren. Die folgende Tabelle zeigt die Industriesektoren mit den meisten ISO-50001-Zertifikaten.

Tabelle 2: Tabelle zusammengestellt aus den Ergebnissen des ISO Survey 2017 [1]
 
 

Anzahl ISO 50001 Zertifikat

EA-Code               Zertifizierer-Code      

Industrie Sektor      

    

2015 

 

2016

 

2017

 

17

Grundmetall & Fertigprodukte aus Metall

919

1.052

1.302

3

Lebensmittel, Getränke, Tabak

876

805

923

12

Chemikalien, chemische Produkte

583

763

888

14

Gummi- und Plastikprodukte

672

764

826

Interessant für Unternehmen
Für international tätige Beratungsfirmen wie auch für Unternehmen mit Standorten weltweit kann der Survey gute Übersichten zur Entwicklung der Zertifizierung geben.

Auch ist in manchen Ländern noch nie eine ISO-50001-Zertifizierung vorgenommen worden, sofern ein Unternehmen dort das erste sein wird, könnte das positive öffentliche Aufmerksamkeit bedeuten.

Dass in Deutschland der Löwenanteil der ISO-50001-zertifizierten Betriebe zu verzeichnen ist, hängt sicher nicht ganz unerheblich mit den Anforderungen nach einer Zertifizierung für die Inanspruchnahme der Rückvergütung zusammen.

Weiterführende Informationen:

https://www.iso.org/the-iso-survey.html

https://isotc.iso.org/livelink/livelink?func=ll&objId=18808772&objAction=browse&viewType=1

https://isotc.iso.org/livelink/livelink/fetch/-8853493/8853511/8853520/18808772/00._Overall_results_and_explanatory_note_on_2017_Survey_results.pdf?nodeid=19208898&vernum=-2

2 Neues Tool aus der Praxis: schnell und sicher die Recyclingfähigkeit von Verpackung testen

Sofern Kunststoffe für Verpackungen eingesetzt werden, sollten diese möglichst recyclingfähig sein. Eine entscheidende Frage dabei ist: Wie kann die Recyclingfähigkeit so einfach und zuverlässig wie möglich ermittelt werden? Das Fraunhofer Institut UMSICHT hat ein von der Henkel AG & Co. KGaA entwickeltes Software-Tool getestet. Das Tool wurde auf Nutzbarkeit, Angemessenheit und Logik geprüft und als sehr gut bewertet.

Ermittlung der Recylingfähigkeit bereits während der Produktentwicklung
Mit dem Software-Tool wird bereits während der Produktentwicklung die Recyclingfähigkeit der Verpackungen ermittelt. Die Basis des Tools sind öffentliche und anerkannte Kriterienkataloge wie z. B. von Plastics Recyclers Europe. Die Recyclingfähigkeit von Verpackungen wird anhand ihrer Zusammensetzung und der einzelnen Gewichtsanteile der jeweiligen Bestandteile bestimmt: Grundmaterialien, Verschlusssysteme, Labels, Beschriftung, Farben etc.

Für alle in Frage kommenden Materialien ist die jeweilige Eignung für die Identifizierung bei der Sortierung sowie für die Aufbereitung zum Recycling (z. B. gute Trennbarkeit bei Schwimm-Sink-Trennung) hinterlegt. Auf dieser Basis werden nach einem strikten Ampelbewertungssystem klare Entscheidungshilfen z. B. für den Verpackungsdesigner angezeigt. Die Ergebnisse des Tools machen dem Verpackungsdesigner klar, welches Design zu welchem Prozentsatz recyclingfähig ist und welche Materialkombinationen ein Recycling verhindern.

Das Tool wurde im Rahmen der Zielsetzung der Henkel AG & Co. KGaA entwickelt, die vorsieht, bis 2025 die Verpackungen zu 100 % recycelbar, wiederverwendbar oder kompostierbar zu machen. Im selben Zeitraum soll der Anteil von Rezyklat in den Kunststoffverpackungen für Henkel-Konsumentenprodukte in Europa auf 35 Prozent erhöht werden.

Interessant für Unternehmen
Nach Aussage der Firma Henkel ist man bereit, das Tool auch anderen Firmen zur Verfügung zu stellen. Dr. Thorsten Leopold, Leiter der Internationalen Verpackungsentwicklung bei Henkel: „Wir freuen uns, dass unser Tool auch der kritischen Prüfung der Wissenschaftler standgehalten hat. Auf Anfrage werden wir die Anwendung gerne teilen”. Diesbezügliche Anfragen können an Herrn Dr. Leopold gestellt werden thorsten.leopold@henkel.com.

Weiterführende Informationen:

https://www.umsicht.fraunhofer.de/de/presse-medien/pressemitteilungen/2019/henkel-bewertungstool-verpackungskreislauf.html

3 Recycling von Elektrogeräten: Wertstoffe rechtssicher verwerten –              VDI ENTWURF 2343 Blatt 6 veröffentlicht

Mit der Richtlinie VDI 2343 Blatt 6 „Recycling elektrischer und elektronischer Geräte – Vermarktung” soll eine Grundlage für den Umgang mit elektrischen und elektrotechnischen Abfallprodukten geschaffen werden.

Die VDI Richtlinie 2343 besteht insgesamt aus 7 Teilen, die dem logistischen Fluss der (Alt)geräte entlang der Recyclingkette folgen: Blatt 1: Stand der Gesetzgebung, Grundlagen und Übersicht, Blatt 2: Logistik, Blatt 3: Demontage, Blatt 4: Aufbereitung, Blatt 5: Stoffliche und energetische Verwertung und Beseitigung, Blatt 6: Vermarktung, Blatt 7: Reuse).

Neuer Entwurf Blatt 6 Vermarktung

Gesetzgeber, Hersteller, Händler, Importeure, Produktanwender und Entsorger finden in der Richtlinie konkrete Handlungsanweisungen zum Recycling von Elektro-/Elektronikaltgeräten und deren Vermarktung. Sie beinhaltet Empfehlungen und Hinweise zum rechtlich korrekten Umgang hinsichtlich des Transports und des Exports genannter Geräte. Des Weiteren beleuchtet die Richtlinie technische Aspekte wie die Fraktionierung auf manuelle oder maschinelle Weise. VDI 2343 Blatt 6 bietet zudem Informationen über die Werkstoffeinteilung und detailliertes Wissen über Kunststoffsystematik sowie die Anwendung der Systematiken von Werk- und Kunststoffen. Die Handlungsempfehlungen im Blatt 6 sind in die nachfolgenden drei Hauptkapitel untergliedert:

1.Rechtlicher Teil

2.Technischer Teil

3.Wertstoffsystematik

Interessant für Unternehmen
Die neue Richtlinie VDI 2343 Blatt 6 kann für Unternehmen eine verlässliche Grundlage für den Umgang mit elektrischen und elektrotechnischen Abfallprodukten schaffen: Die rechtlichen Rahmenbedingungen machen einen erheblichen Teil der Richtlinie aus. So gibt es beispielsweise Hinweise zum rechtlich korrekten Umgang hinsichtlich des Transports und des Exports von Elektrogeräten. Darüber kann VDI 2343 Blatt 6 den betroffenen Unternehmen eine Orientierungshilfe bieten in Bezug auf die Bildung von Fraktionen aus Elektroaltgeräten (EAG) sowie zu deren weiterer Vermarktung bzw. zu Entsorgungswegen.

Weiterführende Informationen:

https://www.vdi-nachrichten.com/Aus-VDI/Wertstoffe-rechtssicher-verwerten

https://www.recovery-worldwide.com/de/artikel/ein-neuer-baustein-der-richtlinie-vdi-2343-recycling-elektrischer-und-elektronischer-geraete-blatt-6_3323200.html

Herausgeber ist die VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (GEU). Erschienen als Entwurf im Februar 2019, kann die Richtlinie zum Preis von 109,70 Euro beim Beuth Verlag bezogen werden.

4 Mehr Möglichkeiten bei der Darstellung der Umweltleistung – EMAS-Novelle nun komplett in Kraft
Strahlenschutzgesetz und Strahlenschutzverordnung in Kraft
6 Indikatorenbericht zur deutschen Nachhaltigkeit
7 ADR 2019: Änderungen der Gefahrgutvorschriften

8 Mehr Klarheit im Förderdschungel

Fördermöglichkeiten rund um das Thema Energieeffizienz gibt es viele. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben oft nicht die Informationen und die Zeit, sich zurechtzufinden. Die Fragen sind hierbei oft: Welche Fördermöglichkeiten treffen überhaupt zu? Erfüllt das Unternehmen die Kriterien? Und schließlich: Wie lange dauert es bis zur Bewilligung? Das Bundesumweltministerium beabsichtigt, die Verfahren und die Fördermöglichkeiten deutlich zu vereinfachen. Bevor dies aber greift, soll die Broschüre „Fördergelder für Klimaschutz, Energieeffizienz und erneuerbare Energien” helfen, unter den zahlreichen laufenden bundesweiten und regionalen Angeboten schnell die richtige Förderung zu finden. Die gemeinnützige co2online GmbH hat die Broschüre im Rahmen der Kampagne „Mein Klimaschutz” im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt.

Die Broschüre unterscheidet in bundesweit geltende und in regionale Förderungen. Es gibt einen Schnelleinstieg für bundesweite Förderungen, die 47 bundesweite Förderprogramme umfassen.

Ferner gibt es eine Kurzübersicht über regionale Förderungen: 240 landesweite Förderprogrammen werden aufgelistet – nach Bundesländern sortiert.

Interessant für Unternehmen
Lassen Sie sich durch komplizierte Anträge nicht entmutigen. Laut Aussage der DENA (Deutsche Energie Agentur) nutzen derzeit noch zu wenige Unternehmen die Fördermöglichkeiten. Wenn Unternehmen aber einmal damit angefangen hätten und den Weg zu ersten Mal gegangen sind, würde sie sich immer mehr Fördertöpfe erschließen.

Interessant ist auch, dass Unternehmen, die einem Energieeffizienz-Netzwerk (im Sinne der DENA) angehören, bei der Fördermittelbeantragung bevorzugt behandelt werden.

Weiterführende Informationen:

https://www.co2online.de/fileadmin/co2/Multimedia/Broschueren_und_Faltblaetter/foerdergeld-2019.pdf

https://www.co2online.de/service/energiesparchecks/foerdermittelcheck/

https://www.marktundmittelstand.de/themen/energie/foerdermittel-fuer-energieeffizienz-das-muessen-unternehmen-wissen-1187991/

9 Klimaranking der weltweit größten Fluggesellschaften

atmosfair (gemeinnützige GmbH mit Sitz in Bonn) legt mit dem atmosfair Airline Index (AAI) ein Klimaranking der weltweit größten Fluggesellschaften vor. Die Treibhausgasemissionen der über 200 größten Fluggesellschaften weltweit werden verglichen und die CO2-Effizienz bewertet. Insgesamt bildet der AAI mit etwa 33 Millionen Flügen etwa 92 % des weltweiten Luftverkehrs ab. Die aktuellen Berechnungen beruhen auf den jüngsten verfügbaren Daten der weltweiten Luftverkehrsbranche von 2016.

Das Ergebnis zeigt, dass nur eine von 10 Airlines weltweit trotz Wachstums ihre CO2-Emissionen konstant hält. Diese wenigen Airlines gleichen den Zuwachs bei ihren geflogenen Kilometern durch Steigerung der CO2-Effizienz annähernd aus.

Insgesamt wuchsen die CO2-Emissionen der Airlines weltweit um 5 % Prozent, während die geflogenen Kilometer um gut 6 % zulegten.

Die Ergebnisse des Klimarankings bestätigen die enorme Belastung durch Kurzstreckenflüge (bis 400 km). Ein leicht ineffizienter Mittelstreckenflug (bis 4.000 km) hat immer noch einen niedrigeren spezifischen CO2-Ausstoß als ein Kurzstreckenflug. Das ist selbst dann so, wenn der Kurzstreckenflug mit dem energieeffizientesten Flugzeug durchgeführt wird. Das zeigt, dass der reine CO2-Ausstoß oder Liter pro 100 Kilometer einer Fluggesellschaft wenig über deren Klimaeffizienz aussagt. Im AAI sind diese Fakten entsprechend tiefgehend berücksichtigt.

Interessant ist auch, dass die saubersten Airlines häufig die preisgünstigsten sind.

Interessant für Unternehmen
Für Unternehmen, die die Energieeffizienz von Dienstreisen mit dem Flugzeug optimieren möchten, ist der atmosfair Airline Index (AAI) eine hervorragende Faktenquelle.

Wenn beispielsweise die Regelungen zu Dienstreisen neu aufgesetzt werden sollen, findet man im atmosfair Airline Index gute Anregungen, die über „besser die Bahn nutzen” hinausgehen. So zum Beispiel der Hinweis, dass ein Direktflug in Effizienzklasse E weniger schädlich ist als ein Umsteigeflug in Klasse C.

Der Airline Index zeigt die Effizienzpunkte einer Airline und differenziert nach Kurz-, Mittel- und Langstrecke. So kann man sich mit Hilfe des AAI die energieeffizienteste Airline für seinen Flug aussuchen.

Auf der Webseite gibt es einen speziellen Bereich für Geschäftsreisen. Dieser ist nützlich, wenn man auf einzelnen Strecken viele Geschäftsflüge hat und die für die Klimabilanz wichtigen Kriterien in eine Ausschreibung aufnehmen möchte.

Weiterführende Informationen:

https://www.atmosfair.de/de/fliegen_und_klima/atmosfair_airline_index/

https://www.atmosfair.de/wp-content/uploads/aai2018-deutschsw.pdf

https://www.atmosfair.de/de/fliegen_und_klima/atmosfair_airline_index/

10 Einfluss von Licht auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten

Die Beleuchtung am Arbeitsplatz hat enormen Einfluss auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Mit der DGUV Information „Nichtvisuelle Wirkung von Licht auf den Menschen” werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse praxisnah aufbereitet.

Eine angemessene Arbeitsplatzbeleuchtung (festgelegt in technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR 3.4) unterstützt die Augen und ermöglicht den Beschäftigten, ihre Arbeitsaufgaben optimal auszuführen, das ist offensichtlich. Die Art der Beleuchtung hat aber auch erheblichen Einfluss auf die innere Uhr und beeinflusst den biologischen Rhythmus. Lichtintensität, spektrale Zusammensetzung und Lichtverteilung wirken sich auf Psyche, Verhalten und Physiologie aus.

Optimal für Psyche und Physiologie ist,

so viel Tageslicht wie möglich zu nutzen und

bei künstlichem Licht auch auf das Lichtspektrum zu achten. Je stärker der Blau-Anteil (440 nm-540 nm), desto größer ist die negative Beeinflussung auf den Organismus (z. B. auf den Schlaf). Dies kann man sich gut vorstellen, da das natürliche Sonnenlicht im Laufe des Tages an Blautönen verliert und ins Rötliche übergeht. Blauanteile im Licht stören das für den menschlichen Schlafrhythmus verantwortliche Hormon Melatonin. Je höher der Blauanteil im Licht und je später dabei die Tageszeit ist, desto stärker wird das Hormon beeinträchtigt.

Oft ergibt sich beim Kauf von Leuchtmitteln aber die Schwierigkeit, dass es keine Angaben zum Blauanteil bzw. der spektralen Verteilung gibt, sondern die Farbtemperatur in Kelvin angegeben ist. Um von Kelvin auf den Blauanteil zu schließen, können die folgenden Werte eine Orientierung bieten:

Bis 3.300 Kelvin warmweiß

warmweiß

wenige Blauanteile im Licht

>3.300–5300 Kelvin

neutralweiß

mittlere Blauanteile im Licht

Über 5300 Kelvin

tageslichtweiß

höhere Blauanteile im Licht

Interessant für Unternehmen
Sollte eine Umstellung der Beleuchtung in Planung sein, empfiehlt es sich, neben Energieaspekten auch das Lichtspektrum zu berücksichtigen. Hierfür liefert die DGUV-Vorschrift praktische Hinweise.

In der DGUV-Info wird nicht speziell darauf eingegangen, aber auch PCs, Handys und Laptops haben einen hohen Blauanteil. Die Nutzung dieser Geräte in den Stunden vor dem Einschlafen kann erhebliche Auswirkungen auf den Schlaf haben.

Blaulichtfilter für Handys
Bei einer nächsten Sicherheitsunterweisung könnte man die Mitarbeiter zu diesem Thema sensibilisieren, gerade bezüglich der Wirkung des blauen Lichts mobiler Endgeräte auf den Schlaf. Man kann dem sehr einfach begegnen: Viele Geräte haben bereits die Möglichkeit, das Blaulicht zu filtern, oder man kann eine App mit einem Blaulichtfilter aufspielen (kostenfrei z. B. f.lux).

Weiterführende Informationen:

DGUV-Information 215-220 „Nichtvisuelle Wirkung von Licht auf den Menschen”: https://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/215-220.pdf

11 Umweltschäden durch den Abbau von Rohstoffen als mögliche Achillesferse der Energiewende

Die tödliche Schlammlawine Anfang des Jahres in Brasilien weckte Erinnerungen an die Giftschlammlawine von 2015, bei der der Damm eines Klärbeckens mit giftigen Stoffen aus der Bergbauindustrie gebrochen war. Bei beiden Ereignissen verloren viele Menschen ihr Leben und ihre Lebensgrundlage. Die langfristigen Auswirkungen auf die Menschen vor Ort und das Ökosystem waren verheerend.

Auch jenseits solcher Unglücke und Störfälle sind die Umweltwirkungen der Rohstoffgewinnung schwerwiegend. Vom hohen Energie- und Wasserverbrauch reichen sie bis hin zur Auswaschung von Schwermetallen oder Radioisotopen in Boden oder Grundwasser. Angesichts des global steigenden Rohstoffbedarfs rät das Umweltbundesamt zu mehr Umweltschutz im Bergbau. „Wir sollten mit der EU auf international verbindliche Umweltstandards entlang der Rohstofflieferkette vom Bergwerk bis zur Rohstoffaufbereitung drängen”, so Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA.

Für die Energiewende kann die Rohstoffknappheit zum begrenzenden Faktor werden. Ein Beispiel ist Lithium für Energiespeicher, das derzeit noch nicht wirtschaftlich aus schon vorhandenen Batterien wiedergewonnen werden kann.

Die chinesische Regierung unterstützt bereits großzügig Firmen wie CATL (chinesischer Batteriehersteller) und hat 2018 strenge Bestimmungen erlassen, die das Recycling der Batterien sicherstellen sollen.

Unter Experten besteht kein Zweifel, dass die Wiederverwertung der Akkus ein wichtiger Faktor der E-Ökonomie wird. So sieht es auch die Präsidentin des UBA: „Strenge Standards müssen daher sicherstellen, dass Umweltschäden durch den Abbau von Lithium oder auch Kobalt nicht zur Achillesferse der Energiewende werden”. Eine aktuelle Studie des UBA geht davon aus, dass der globale Lithiumbedarf für Energie-Speichertechnologien bis 2050 auf das 12-fache der Weltjahresproduktion von 2013 ansteigen könnte.

Aus Sicht des UBA sind unter anderem folgende Ansatzpunkte zu verfolgen:

Das so genannte Kritikalitätskonzept der EU – es beschreibt die wirtschaftliche Bedeutung von Rohstoffen und stellt sie geopolitisch-technischen Versorgungsrisiken gegenüber – sollte um das Kriterium „Umweltgefährdung durch Bergbau” erweitert werden.

Es soll ein System verbindlicher menschenrechtlicher, ökologischer und sozialer Sorgfaltspflichten entlang der gesamten Rohstofflieferkette vom Bergbau bis zum Endprodukt etabliert werden. Dieses System sollte Mechanismen enthalten, die die Umweltkosten des Bergbaus entlang der gesamten Lieferkette einpreisen.

Interessant für Unternehmen
Sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen, ist für die meisten Unternehmen aus verschiedenen Gründen erforderlich:

Die oben beschriebenen Forderungen des Umweltbundesamts könnten ggf. in EU-Regelungen münden.

Die saubere Rohstoffgewinnung und Lieferketten sind zunehmend im Interesse der Öffentlichkeit.

Unternehmen bekommen häufig Fragen von Kunden zu diesem Thema.

Die nach ISO 14001 zertifizierten Unternehmen müssen sich im Rahmen der Lebenswegbetrachtung und der indirekten Umweltaspekte sowieso mit dem Thema beschäftigen.

Bei der Bewertung, wie relevant das Thema für das Unternehmen ist, sind zwei Punkte wichtig:

1.

Wie bedeutsam ist das Thema für die Reputation?

2.

Wie stark kann das Unternehmen Einfluss ausüben? Die wenigsten Unternehmen kaufen Rohstoffe direkt ein und die Möglichkeiten, ethisch und ökologisch saubere Rohstoffe einzukaufen, sind derzeit noch beschränkt.

Dennoch heißt das nicht, dass die Unternehmen keinerlei Einfluss haben. Sie sollten sich differenziert mit dem Thema beschäftigen und bei kritischen Rohstoffen systematische Nachfragen stellen und Transparenz einfordern. Nicht alle Unternehmen haben die Möglichkeiten wie beispielsweise der BMW-Konzern, der hier einen guten Vorstoß gemacht hat: Zusammen mit dem Chemiekonzern BASF und dem Batteriehersteller Samsung SDI hat BMW die Entwicklungshilfe-Organisation GIZ beauftragt, anhand einer Pilotmine zu erproben, wie sich die Arbeits- und Lebensbedingungen im Kleinstbergbau in dem zentralafrikanischen Land verbessern lassen.

Weiterführende Informationen:

https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/verantwortungsvolle-rohstoffgewinnung

https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/die-nutzung-natuerlicher-ressourcen-bericht-fuer

https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/kobalt-und-co-so-versuchen-deutsche-autobauer-kinderarbeit-auszuschliessen/22965942.html

https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/elektroauto-batterien-bmw-will-fairen-kobalt-abbau-im-kongo-erproben/23699896.html

Neue 43. BImSchV: Neue Verordnung über nationale Verpflichtungen zur Reduktion der Emissionen bestimmter Luftschadstoffe; http://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_43/index.html